#2 „IOM“ – Synonym für echte Biker (in den 80er)

IoM“ – die drei Buchstaben bringen mich immer zum Grinsen. Vor allen Dingen, wenn ich die Motorräder und den Komfort sehe, den wir heutzutage bei unseren Touren haben. Ich will ja nicht sagen, dass früher alles besser war (oder warte mal, das war es irgendwie doch), aber im Prinzip sind die alten Stories doch immer die besten. Motorcycle Week 1982

Zum einen, weil die meisten Begebenheiten schon vergessen / verdrängt wurden und weil auf der anderen Zeit die Erzähler jetzt so alt sind, dass es bei vielen mit der Erinnerung ein bisschen hapert und sie beim Erzählen dann immer zu sich sagen, „hmm, passt schon was ich da erzähle“, lach. Aber zum Glück hat es in den 80ern auch schon Fotoapparate gegeben und ich habe noch ein paar Bilder gefunden, die ich hier zur Untermalung der Stories jetzt veröffentlichte 😉

Eine Tour fing damals so an, dass man erstmal bei der Fährgesellschaft angerufen hat, oder ein Reisebüro besucht hat. Internet, hihihih, FIDO Netz war gerade das neueste Geek-Mobil.

(Don’t know FIDO ? It was the Dinosaur Google for god’s sake)

Tja und dann ist man entweder über Hull mit der Fähre gefahren, oder hat den längeren Weg über Calais und Dover gewählt. Beides hatte Vorteile. Beim ersteren konnte man sich auf der Nachtfähre immer so schön Betrinken (ja auch auf der Rückfahrt, lach) und bei der zweiten Option ist man auch mal nach London gekommen. Beefeater schauten damals schon wild, wenn sich deutsche Biker -im Leder- die Kronjuwelen der Queen näher angesehen haben und intelligente Witze wie „Die Dinger kriegen wir auch noch mal“ gemacht haben, lach.

Unterkunft war in meiner 80’er IOM Zeit immer ein Zelt in „Little Germany“.

„Little Germany“ war eine Wiese an einem kleinem Bach/Fluss, die einem älterem Herrn gehört hat, der ein Herz für uns arme deutschen Biker gehabt hat, lach. Wir konnten dort für den Betrag von 20 Pfund die ganze Woche zelten. Wie cool war das denn.

(Das sind heute 27,xx Euro für eine Woche – 8 Tage Zelten pro Zelt)
Irgendwie haben sich da aber auch nur Deutsche Biker gefunden. Manchmal ist auch was kaputt gegangen. Das war aber irgendwie kein Problem, jeder hatte noch ein „richtiges“ Bordwerkzeug. Und eine Hebebühne für tiefergehende Motorreparaturen wurde auch flugs aus 2 leeren Bierfässern improvisiert, die man natürlich im Seitenwagen mitgebracht hatte, weil man die „Englische Plörre“ nicht trinken „konnte“.

Ach ja Rennen gab es auch, viele wunderschöne Maschinen sind in einer für uns unglaublichen Geschwindigkeit um „unsere Kurve“ rumgekommen. Und man konnte so schön nah an der Strecke liegen. Abenteuer oder Dummheit, keine Ahnung, aber für uns war es das Grösste auf bzw. hinter dem Erdwall zu liegen und die Bikes vorbeirasen zu sehen, immer mit dem kleinen Hintergedanken, wenn der jetzt abfliegt, muss ich den Kopf aber einziehen. Ob es geholfen hätte? Wahrscheinlich nicht, aber es war ein geiles Gefühl 20 Meter ohne Zaun vom Renngeschehen entfernt zu sein. Solche Stellen gab es früher (und auch heute noch) überall auf der Insel.

Campsite Laural Bank

Ach ja, während und auch nach der Rennwoche ist noch ein bisschen Zeit für Entdeckungen. Manx-Wheel, ein altes Wasserrad das eine Pumpe in einem Bergwerk angetrieben hat. Manx-Cat, die Katzen OHNE Schwanz (ich war mir nie sicher ob das so gezüchtet oder gekappt wurde, heute weiss ich es ist ein Gendefekt). Jedenfalls hat NUR der Bürgermeister der grösseren Dörfer einen Kater (erzählt man sich so) und damit würde die Population kontrolliert. Na ja, auch eine Methode, lach. Dann gibt es noch geniale Manx-Kühe die ein besonders weiches Leder für Motorradfahrers Jacken Beschriftung haben (erzählt der Verkäufer so), lach.

Ein schöner Artikel über die Tourist Trophy ist im Spiegel Online (100 Jahre TT), aber das muss man selber erlebt haben, an „Crazy Sunday“ schon morgens mit dem Trinken anfangen damit man nicht mit den Bekloppten auf die Strecke geht, auf einer 500er Enduro ein Fässchen zum lokalen Pub zum Auffüllen gefahren und bei der Rückfahrt mit Polizeibegleitung zum Zeltplatz zurückzukommen hat was, mit einer normalen CX500 versuchen in der Mountain Region auf einen Hügel hinaufzufahren -aber nicht die Straße sondern eine Wiese nehmend (hat natürlich nicht geklappt), in Liverpool zig Liter teureren Sprit abgezapft bekommen weil man keine Ahnung hatte (diese Gangster) und so weiter und so weiter.

Mein Tipp: GO THERE ! see for yourself

Nur so als kleiner Tipp, das ist die Wiese auf der wir früher gezeltet haben. https://goo.gl/maps/bKZMMnGep2w