Rast #010 – Sylt

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Vom Zeltplatz in Wackerballig zum nördlichsten Punkt des Festlands von Deutschland.
Der genaue Punkt ist im Navi programmiert, aber da ich in Flensburg keine ‚Punkte‘ habe, sind wir einfach mit hoch erhobenem Kopf weitergefahren und haben den Ort „links liegen lassen“. Also mehr oder weniger ein „Straight Shot“ zur anderen Seite, entlang der Grenze. Das war wirklich langweilig, also für einen Bayern, der ab und zu mal einen Berg am Horizont zu sehen  gewohnt ist. Aber hier NIX, alles flach und gerade.
ZollNa ja kurz vor dem Zielpunkt wurde es nochmal lustig. An einer Stelle gibt es einen „bewachten“ Grenzübergang nach Dänemark. Ist quasi die Straßenkreuzung gewesen, 3 Seiten sind noch in Deutschland, aber die vierte Seite ist Dänemark und die Herren der Grenzüberwachung sind recht schnell aus Ihren Fahrzeugen gekommen, als sie uns gehört bzw. gesehen haben.
Enttäuschend für sie sind wir aber nicht nach Dänemark abgebogen (es ist doch die „Deutschland“ Tour“) sondern weiter geradeaus zu unserem Ziel -dem nördlichsten Punkt Deutschlands- gefahren. Irgendwie müssen wir die Jungs der Grenzüberwachung aber extrem schwer mit unserer Nichtbeachtung getroffen haben.
XR am nördlichsten Punkt Festland DDie könnten das „nicht beachten werden“ nicht auf sich sitzen lassen -obwohl wir wirklich freundlich in ihre Richtung gegrüßt haben-, sie sind dann hinter uns her gefahren. Nicht so ganz auffällig direkt hinter uns her wie die Deutschen Zöllner das gerne machen, aber trotzdem hinterher. Mein Freund und ich waren noch nicht ganz mit unserer Deich Besichtigung fertig als der Mannschaftswagen mit den dänischen Grenztrupplern auf dem Parkplatz aufschlug.
Also wirklich wie bei den Sturmtruppler, natürlich waren zwei normal uniformierte Grenzbeamte dabei, aber auch noch ein Mannschaftswagen mit den Soldaten der dänischen Grenzpolizei.
Joerg am nördlichsten Punkt vom Festland DeutschlandOkay das wird jetzt Situationskomik.
Man stelle sich folgendes vor: zwei Motorradfahrer mit Kutte stehen auf dem Deich, unten am Fuß der Treppe steht ein netter dänischer Grenzbeamter der wissen will was man da oben alles sieht. Und die Antwort „na Wasser, was sonst“ hatte er wirklich nicht erwartet. Er konnte sich sein Grinsen nicht verkneifen, drehte sich um ging zu seinen Kollegen mit den Worten „wir ziehen ab“ und alle setzen sich in ihr Fahrzeug und fuhren wieder an ihren Grenzposten in Dänemark. Ich grins immer noch wenn ich daran denke.
So jetzt sind wir hier am nördlichsten Punkt Deutschlands, jetzt gibt es eigentlich nur noch den Weg in den Süden. In einem Anfall von geistiger Umnachtung mit Hunger ist uns dann doch eingefallen, dass wir eine gute Freundin aus München jetzt auf Sylt wohnen haben. Was lag da dann näher als nach Sylt zu fahren um sie zu besuchen und mit ihr eine Pizza zu essen. Davor haben aber die Reise Götter erstmal eine Zugfahrt aus Niebüll eingeplant. Mein Gott ist das schwierig 2 Motorräder mit dem Zug über den Damm zu transportieren. Früher war alles besser, nee das ist nicht nur so dahergesagt.
Ich bin von einigen Jahren mit dem Bike nach Sylt (von Hamburg) und da gab es einen Autotransporter-Waggon der war zweigeteilt, 2/3 war Plattform für die Fahrzeuge, 1/3 war ein ganz normaler Abteilkasten wie in einem normalen Zug.
Autoshuttle SYLT neue Version :-(Aber was denen jetzt eingefallen ist die Inkompetenz der Bahn im Quadrat.
Also Motorräder können nur noch zu zweit (also nur zwei, echt) auf dem Zug mitgenommen werden, weil sonst das „Social Distancing“ im geparkten Transporter nicht geht. Genau, die haben wirklich am Ende des Zugs einen Kastenwagen geparkt, der ist jetzt der „Aufenthaltsraum der Motorradfahrer“ (also der beiden, die man mitnimmt). In dem Wagen sitzt auch noch ein Mitarbeiter der Bahn, der anscheinend der Funkkontakt zur Leitstelle ist. Ich fasse es nicht, wie blöd kann man eigentlich sein ??
OK, meine Entschuldigung an die Mitarbeiter der Bahn, die vor Ort diesen Mist ausbaden müssen, aber die in der Chefetage sind doch nicht mehr ganz sauber, oder ?? Wie kann man einen Zug, der so perfekt funktioniert hat mit so einer minderwertigen und unsinnigen Transportlösung ausstatten. Ich glaube die Drobrintitis oder Scheuerritis hat in der DB Fernverkehr AG extreme Zustände ausgelöst und dem Irrsinn Tür und Tor geöffnet.
Übrigens hat das so beim alten System ausgesehen. Vorn die Platform für die Bikes, hinten die Behausung für die Biker.
Autoshuttle SYLT alte Version
Mehr von Sylt und der Tour, wenn ich mich wieder beruhigt habe.
….

Veröffentlicht von Joerg Wenzel

Biker seit 1975

2 Kommentare zu „Rast #010 – Sylt

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